Eine Woche im Landtag

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Mit dieser Seite möchten wir einen kleinen Einblick in die tägliche politische Arbeit von Bernhard Tenhumberg MdL geben.

Die Schülerinnen und Schüler berichten über ihre Erfahrungen im Düsseldorfer Landtag. An der Seite von Bernhard Tenhumberg sind jährliche eine Vielzahl von Praktikantinnen und Praktikanten, von denen hier einige Ihre Erfahrungen schildern.

 

 

Praktikum im Zeitraum vom 16.02.2016 bis zum 11.03.2016 bei Herrn Bernhard Tenhumberg im Landtag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Die letzten vier Wochen habe ich sehr viel erlebt, die Zeit war lehrreich und hoch interessant für mich. Das Praktikum begann am Dienstag, den 16.02.2016 sehr früh gegen 7 Uhr morgens. Herr Tenhumberg hat mich abgeholt und mir auf der Fahrt nach Düsseldorf den Ablauf der kommenden Woche erläutert. Die Sitzungswoche eines Abgeordneten im Landtag beginnt häufig erst am Dienstag, weil der Montag für Termine im Wahlkreis freigehalten wird.

Doch ein Abgeordneter hat viele Termine und noch mehr Terminanfragen, die auf Grund von Zeitmangel nicht alle wahrgenommen werden können. Das habe ich in meinem Praktikum schnell gemerkt.

Damit jeder Abgeordnete weiß, was in den jeweiligen Ausschüssen (es gibt insgesamt 23 verschiedene Fachausschüsse im Landtag Nordrhein-Westfalen) in der letzten Woche geschehen ist, ist an jedem Dienstagmorgen eine Faktionssitzung angesetzt. Außerdem wird dort über aktuelle politische Vorgänge gesprochen und ein Ausblick auf die Woche gegeben. Nach der Faktionssitzung beginnt die Sitzungswoche mit allen Fachausschüssen, in denen jede Faktion durch Landtagsabgeordnete vertreten wird. In diesen Sitzungen werden Themen aus den bestimmten Zuständigkeitsbereichen des Ausschusses (z.B. Arbeit, Gesundheit, Familie, Finanzen, Wirtschaft) diskutiert. Hin und wieder werden Experten eingeladen, um ihre Erfahrungen aus der Praxis zu erläutern. Außerdem gibt es die Arbeitskreise, in denen die Position der Fraktion zu den einzelnen Themenbereichen festgelegt wird. Die Arbeitskreissitzungen finden vor den entsprechenden Ausschüssen statt. Für den einzelnen Abgeordneten bleibt oft kaum Zeit sich lange auf den nächsten Termin vorzubereiten. Daher ist es wichtig immer auf dem neusten Stand zu sein, um aktuelle Ereignisse immer berücksichtigen zu können.

 

Neben den Sitzungen der Arbeitskreise und Ausschüsse gibt es die Plenarsitzungen. Zu diesen versammeln sich alle Landtagsabgeordneten und die Landesregierung. Hier werden die Ergebnisse der Ausschüsse in Form von Anträgen oder Gesetzentwürfen vorgelegt. Die einzelnen Fraktionen stellen ihre Anträge mit Redebeiträgen vor. Daher sind solche Tage, die ich glücklicherweise miterleben durfte, sehr spannend. Für mich war es an den zwei Plenartagen besonders beeindruckend, die Politiker bei ihren Reden zu beobachten. Es war spannend zu sehen, mit welchen Argumenten die Abgeordneten versuchen ihre Kollegen zu überzeugen, dass ihr Konzept das Richtige sei. Nach diesen zwei Tagen ist mir auch bewusst geworden, dass es verständlich ist, dass der Plenarsaal nicht immer so stark besetzt sein kann, wie man es sich vorstellt. Denn zum Einen ist es sehr schwierig so lange konzentriert mitzuhören und zum Anderen bleibt die Politik nicht stehen, daher haben die Abgeordneten noch andere Termine, wie zum Beispiel Fachgespräche, um in den Themenbereichen neue und bessere Gesetze schaffen zu können. Oder man ist in einer Diskussion mit einer Besuchergruppe. Diese besuchen den Abgeordneten häufig aus seinem eigenen Wahlkreis und sollen einen Einblick in die politischen Aufgaben des Wahlkreisvertreters und den Landtag erhalten.

 

Nach meinem vierwöchigen Praktikum kann ich abschließend sagen, dass ein Abgeordneter einen sehr abwechslungsreichen und spannenden Beruf ausübt. Zudem sollte man sich bewusst sein, dass der Beruf des Abgeordneten mit viel Zeitaufwand verbunden ist und auch mit einer gewissen Leidenschaft an der Politik ausgeübt werden sollte, denn ein Abgeordneter arbeitet durchschnittlich von morgens 8 Uhr bis abends 20 Uhr. Zusammengefasst hat mir es sehr viel Spaß bereitet, Herrn Tenhumberg diesen Monat zu begleiten und zu sehen, wie Politik gemacht wird. Mich hat es sehr beeindruckt, dass ich so herzlich aufgenommen wurde und ich mit einer Selbstverständlichkeit sowohl bei Herrn Tenhumberg als auch beim Landtagsabgeordneten Walter Kern an allen Terminen teilnehmen durfte. Durch das Praktikum habe ich gelernt, dass es nicht immer einfach ist, die Mehrheit von seiner Idee zu begeistern. Daher fordert es häufig sehr viel Ausdauer und Überzeugungsarbeit, seine Idee auch umzusetzen. Zudem sollte man immer offen sein, um neue Eindrücke auf sich wirken zu lassen und Anregungen anzunehmen und letztendendes zu verabschieden. Somit habe ich in meinem Praktikum gelernt, den Blick langfristig anzusetzen: man muss auch auf die kleinen Fortschritte achten und diese wertschätzen, um so an sein Ziel zu kommen.

 

 


Unsere Woche im Landtag NRW vom 28. März bis 1. April 2011

von Maria Bergerbusch (Schülerin, 16 Jahre)
 

Unsere Jugendpolitische Praxiswoche der Kolpingjugend begann im Landtag NRW am Montag, den 28. März 2011. Zu aller erst begann unser Tag damit, zwei Schulklassen bei dem Schülerplanspiel des Besucherdiensts zu beobachten und den Verlauf einer Plenarsitzung dadurch zu beobachten. Danach besuchten wir das katholische Büro Düsseldorf. Als wir wieder im Landtag angekommen waren, erklärte uns Herr Muschkiet die Vorteile des Petitionsausschusses. Am nächsten Tag trafen wir morgens zum ersten Mal Bernhard Tenhumberg. Nachdem wir uns ein wenig kennengelernt hatten - Bernhard Tenhumberg, Maximiliane Rösner, Maria Bergerbusch und Jutta Biedebach - und unsere „Termine der Woche“ koordiniert und besprochen hatten, gingen wir gemeinsam zu Fraktionssitzung der CDU. Nach gemeinsam eingenommenen Mittagessen besuchten wir die Sitzung „Parlamentarische Gruppe Bahn“. Unser letzter Tagespunkt war der Arbeitskreis „Familie, Kinder und Jugend“ der CDU. Nachdem diese Arbeitskreissitzung um circa 18 Uhr beendet war, fuhr Bernhard Tenhumberg nach Münster, um unseren Bischof Genn zu besuchen.

Am Mittwoch begann der Tag mit einem für uns spannenden Termin. Wir trafen Peter Maffay, der aufgrund seiner Organisation zur Hilfe für misshandelte Kinder in die Parlamentariergruppe Mittel- und Osteuropa eingeladen wurde. Er berichtete, was seine Ambitionen für seine Organisation sind und wie er seine Ziele versucht umzusetzen. Zu unserer Freude schrieb er zum Schluss fleißig Autogramme und machte ein Gruppenfoto mit allen Abgeordneten und uns. Da diese Woche das Plenum tagte, besuchten wir dieses. Dort hörten wir den Rednern zu und versuchten die Reaktionen und das Verhalten der Politiker und der Zuschauer so gut es ging mitzubekommen. Zwischendurch hatten wir von der Kolpingjugend ein Treffen mit Ministerin Schäfer und danach ein Treffen mit Ministerin Löhrmann. Bei diesem treffen durften wir Fragen stellen und diskutieren. Am Abend stand eine Diskussionsrunde mit den Jugendorganisationen verschiedenen Parteien im Programm. Nach dieser langen und spannenden Gesprächsrunde ließen wir den Abend auf dem Parlamentarischen Abend alle gemeinsam nett ausklingen.

Unser Donnerstagmorgen begann mit einer Innenausschusssitzung zum Thema „Haushalt“. Danach besuchten wir wie am Tag zuvor das Plenum. Um circa 11 Uhr hatten wir ein Gespräch mit Herrn Uhlenberg, dem Landtagspräsidenten. Nachdem dieser uns einige Fragen beantwortet hatte, schossen wir noch ein Gruppenfoto und aßen im Landtagsrestaurant zu Mittag. Frau Dietsch (Öffentlichkeitsarbeit/Presseclub) zeigte uns den Landespressekonferenzraum. Zum Abend hin hatten wir ein Treffen mit den jugendpolitischen Sprechern der Fraktionen, wo auch Herr Tenhumberg anwesend und mitwirkend war.

 

An unserem letzten Tag hörten wir in der Landeszentrale für politische Bildung ein Referat zu dem Thema „Wie wird die Politik im Land umgesetzt?“ Unser aller letzter Programmpunkt in der politischen Praxiswoche war die Reflexion, Auswertung und der Abschluss mit den Abgeordneten, die teilgenommen hatten.






My report of an interesting, instructive, and extraordinary work experience at the House of Parliament and my impressions of a member of parliament´s work in North Rhine-Westphalia
 
                                                                                                          By Annabell Mensing
 
Monday, 13th September, 2010
 
28th German Day of Juvenile Court in Münster
 
On the first day of my work experience an extraordinary point was the order of the day: Together with Bernhard Tenhumberg, member of parliament, who supported me during my whole practical period I visited the Day of Juvenile Court in Münster, which takes place every 3rd year. The focus of this year´s meeting “Achtung (für) Jugend! Praxis und Perspektiven des Jugendkriminalrechts“perfectly fit thematically into Tenhumberg´s area of responsibility: Family, youth and children.
We visited two reports and for me it was really interesting to see how intensively politicians as well as academics and scientists deal with the topic of juvenile delinquency.
The reports themselves were not what I liked most but the discussions between visitors and lecturers after the report were very exciting.
The next meeting took place in Ahaus where several local things had to be discussed.
 
 
 
Tuesday , 14th September, 2010
 
On this Tuesday, my first day at the House of Parliament, my mind, at least what lazy members of parliament is concerned, was changed. There are so many meetings to go to, letters to write and office work to do.
Before there was the first meeting Tenhumberg showed me some of the house of parliament: I saw some offices of employees, members of parliament and press writers.
Then I was allowed to watch the meeting of the parliamentary party. There the members of the parliamentary party were discussing, informing each other about current affairs and finding their common opinion which will be represented in the plenary meeting.
After lunch I could get some impressions of what employees and members of parliament are doing in the office and I visited the library which is the biggest library in North Rhine- Westphalia
In the afternoon there was a meeting between some members of parliament and representatives of the Association of German Catholic Youth(“Bund der Deutschen Katholischen Jugend) This was really interesting because the topics they discussed there were mostly concerning me and my interests. This discussion gave me a lot to think about.
But if one thought the day would and now one thought wrong.
As Tenhumberg is not only member of parliament but also member of the Town Council in his home town we went home to go the meeting of theTown Council in Vreden.
 
 
 
Wednesday, 15 September 2010
 
First point on the agenda today was an the opening speech of an exhibition about nature and environment which was held by the House of Parliament´s president.
Then, at 10.00 am, the plenary meeting started. First our minister president held her government declaration. She informed the people about what she and her party are going to do in the following years.
Then I had some time to prepare myself for an item of the agenda of my choice. I read a lot factual of information but also opinions of different members of different parties. Finally I shaped my own opinion. Prepared in this way I watched the debate concerning this topic and as I could follow very well it was really suspenseful.
Next topic I will prepare for was the topic on which Bernhard Tenhumberg will hold a speech tomorrow.
In the media one can only see the empty plenary hall with only few members of parliament sitting there but now I had a look behind the “scenes”, which changed my mind of lazy parliamentarians. Because the plenary meeting is only for informing the publicity about the current affaires and what the different parties think of them the members of parliament do not have to sit there all the time, which would be absolutely impossible because there is so much other work to do.
As the plenary meeting did not finish before 9.00 pm I had enough time to get to know the different parts of the parliament building: Except from the party´s own parts there are conference halls for each party and also several smaller halls for conferences concerning different areas of responsibility.
I also saw the big library which is the biggest in North Rhine-Westphalia
 and I learned to do research work in the parliament´s own “intranet”.
 
 
 
Thursday, 16th September 2010
 
Although the plenary meeting of yesterday took really long, today it started again at 10.00 and directly started with the debate of the declaration of government. It was quite interesting to see which ideas the chairmen of the parties developed about the topics the minister president has talked about yesterday.
While members of parliament are talking, it seems to be very easy to hold a speech but speeches have to be prepared very carefully. One has to take care about what to say or not to say to persuade people but not to offend previous speakers.
And so Bernhard Tenhumberg did the days before and as I have watched the preparation and already prepared myself for his topic concerning day care of children I was looking forward to listening to his speech. Now, as I knew how such a talk has to be prepared and what he said in his speech I was curious what the press will or will not write about about in the media.
Today I also learned how politicians of each party and scientists work together. One example is to form a commission. Bernhard Tenhumberg is part of the “Enquetekommission” which includes members of every party which is represented in the parliament. In order to find out best ways to solve problems they do a lot of research, talk to experts or go to institutions to see what it is like and what has to be changed.
 
 
Friday, 17th September, 2010
 
On my last day of my work experience I also experienced a lot.
First I was allowed to join the meeting of all CDU- members of parliament which were elected by the people that live in the Münsterland. This meeting is called “Münsterlandrunde”.
As all representatives knew each other well, the atmosphere was very familiar.
They discussed several current affaires and did the calendar management for the rest of 2010. These topics mostly concerned local issues as for example meetings with town majors.
Then, at 10.00, plenary meeting started again.
Having read the press review of yesterday I was really surprised: Some articles were written in exactly the same words the speaker used but in some articles one could only find things which are more sensational than others.
After the plenary meeting Bernhard Tenhumberg had another meeting to go: The meeting of the CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft) took place in Südlohn. The CDA is a union of the CDU which focuses on social policy.
Today the meeting was mainly about a project of encouragement for young people to be prepared for their professional life.
 
 
 


Alexander Klekamp machte im Juli 2010 ein Schülerpraktikum bei Bernhard Tenhumberg MdL. Er lernte die Arbeit im Landtag NRW kennen und durfte den Abgeordneten zu allen Terminen, auch im Wahlkreis, begleiten. Über seine Zeit bei uns, hat er einen kurzen Bericht geschrieben, den ich für Sie zur Information über den Arbeitsalltag des Abgeordneten auf die Homepage gestellt habe. Lesen sie nachfolgend den Bericht von Alexander Klekamp.

(Den Bericht von Thomas Kuschel finden Sie weiter unten auf der Seite.)

 

 Erfahrungsbericht vom Praktikum bei Bernhard Tenhumberg MdL
 
      
  von  Alexander Klekamp 
Zunächst einmal muss ich feststellen, dass Abgeordnete wirklich viel arbeiten müssen. Ich saß teilweise mit Bernhard Tenhumberg bis 22 Uhr in seinem Büro.
Ein sicherlich ebenfalls lehrreiches Erlebnis war die Erstellung einer Plenarrede, die Herr Tenhumberg zum Thema Jugendbeteiligung in der Politik halten musste. Die Rede mag 6-7 Minuten gedauert haben, die tatsächliche Arbeit, bis sie fertig war,  dauerte länger. Manches Mal müssen die Mitarbeiter eines Abgeordneten Extraschichten einlegen.
 
In die Zeit meines Praktikums fielen auch wichtige Entscheidungen für das Land NRW: Die Bildung der neuen rot-grünen Landesregierung. Ich durfte bei der Vereidigung der Ministerpräsidentin und der Landesminister anwesend sein. Es ist ein wirklich toller Moment, wenn der Eid auf die Verfassung abgelegt wird. Verdeutlich er doch, dass die Politiker immer uns - dem Volk - dienen müssen.
 
Auch sehr spannend war die Begleitung von Besuchergruppen im Düsseldorfer Landtag. Hier war ich Zeuge einer Informationsveranstaltung des Besucherdiensts  im Plenarsaal des Landtages, bei der zwei Schulklassen eine Parlamentsdebatte simulierten. Die Schüler waren wirklich sehr interessiert bei der Sache. Die Besonderheit an der Führung war eben, dass sie im Plenarsaal stattfand - dort, wo eben die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen wurden und getroffen werden.
Aber auch die ganz normalen Diskussionen mit Besuchergruppen waren spannend. Für den Abgeordneten sind sie deshalb wichtig, weil er da sieht und, hört was die Bürger interessiert und was sie anders sehen als er. Ebenfalls besonders hervorzuheben ist der Besuch einer weißrussischen Besuchergruppe in Düsseldorf. Die Diskussion war sehr lebhaft und informativ.
 
Mit Bernhard Tenhumberg war ich auch im Wahlkreis unterwegs. Die Eröffnung eines Wintergartens in einem Altenheim stand ebenso auf dem Tagesplan wie eine Ortsbegehung.
 
Insgesamt hat mir das Praktikum sehr gut gefallen. Ich habe viel über Politik und deren Umsetzung erfahren, aber auch über den Arbeitsaufwand eines Abgeordneten. Was als Kleinigkeit erscheint, wie z.B. eine richtungsweisende Rede in einem wichtigen Thema, ist Produkt eines gut überlegten Gedankengangs.
Was ich vorher ebenfalls nicht wusste,  ist was für eine Flut von Einladungen zu Veranstaltungen ein Abgeordneter bekommt. Da ist es klar, dass er nicht jede Einladung wahrnehmen kann.
 
Was ich wirklich schwierig fand, war die Vielzahl der Wege, die es im Landtag. Ich wusste manches Mal nicht, wie ich wieder zurück zum Büro komme. Dies zeigt, dass im Landtag nicht nur 187 Abgeordnete tätig sind, sondern auch ein für die Arbeit dieser Frauen und Männer unersetzlicher Verwaltungsapparat. Vom Empfang über den Pressedienst bis zum Technischen Dienst ist alles im Landtag vertreten. Ich glaube, man darf sagen, dass der Landtag eine wirkliche Kleinstadt in Düsseldorf ist.       




Alexander Klekamp (Bildmitte) mit Fraktionsschef Karl-Josef Laumann und Bernhard Tenhumberg MdL. Foto: Volker Zierhut

 



Thomas Kuschel absolvierte im Landtagsbüro von Bernhard Tenhumberg MdL Ende Juni 2009 ein Schülerpraktikum und nahm anschließend am Jugendparlament teil. Hier lesen  Sie nun seinen Erlebnisbericht über seine Woche im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

 

Eine Woche im Landtag
von Thomas Kuschel
 

Montag, 22. Juni 2009
, an diesem Tag sollte sich einiges in meinem Leben ändern. Zum Beispiel die Auffassung über das Arbeitspensum von Politikern. Waren bei mir bisher primär Bilder von halbleeren Plenarsälen im Kopf, wurden diese an jenem Montag durch den hart arbeitenden Politiker mit vollem Terminplan ersetzt.
 
Als erstes stand ein Interview an. Ein Statement zum Thema Rente mit 67 für den WDR. Das Interview selbst dauerte 2 Minuten, die Vorbereitung, also der Teil, den man normalerweise nicht zu sehen bekommt, dauerte ungleich länger. Das „Antworten aus dem Ärmel schütteln“ funktioniert eben nicht. Auch für ein kurzes Statement ist fundiertes Wissen gefragt.
 
Nach ein paar Minuten Büroarbeit war der nächste Termin an der Reihe. Bernhard Tenhumberg hatte sich bereit erklärt, eine Protestnote der Aktion von Berufsbetreuern „Betreuung ist mehr wert“ entgegenzunehmen. Bürgernähe direkt vorm Landtag. Das Gespräch mit ungefähr 15 Menschen dauerte ungefähr 40 Minuten und zum ersten Mal in meinem Leben sah ich, wie ein Landtagsabgeordneter mit einem Smart fuhr.
 
Nach dem Mittagessen zeigte mir die Mitarbeiterin von Bernhard Tenhumberg, Jutta Biedebach, den Landtag und erklärte mir vieles. Mir wurde bewusst, dass mehr hinter dem Landtag steckt als ein paar Räume und ein Plenarsaal.
 
Gegen 16 Uhr kam ich zu Hause an, es war also auf den ersten Blick ein kurzer Tag. Die vielen neuen Eindrücke und Informationen hatten mich jedoch sehr geschafft und ich freute mich nach einem sehr interessanten, lehrreichen, aber auch anstrengenden Tag, aufs Bett.
 
Tag 2 – Dienstag, 23. Juni 2009
Mein zweiter Praktikumstag begann mit der Fraktionssitzung. Um 10 Uhr trat die CDU-Fraktion für mehr als drei Stunden zusammen, um über Inhalte, Abstimmungsverhalten und Strategien für die kommenden Plenartage zu diskutieren und Entscheidungen zu fällen.
Was vom Thema her sehr interessant war, wurde zugleich mit der Zeit ermüdend. Über drei Stunden auf demselben Stuhl zuzuhören, da schweifen die Gedanken schon einmal ab. Sehr interessant war es jedoch, Diskussionen und Entscheidungen der CDU-Fraktion zuerst in der Fraktionssitzung zu sehen, und dann einen Tag später zu beobachten, wie diese Entscheidungen von der CDU in die Plenarsitzung eingebracht wurden. Es war plötzlich nicht mehr alles neu und unbekannt, sondern ich wusste, was gleich passieren würde und konnte so das Geschehen unter ganz anderen Gesichtspunkten beobachten.
 
Nach dem Mittagessen nahm ich an einem für Praktikanten der CDU-Fraktion organisierten Nachmittagsprogramm teil. Dies führte uns zuerst zur Landesgeschäftsstelle der CDU, wo uns der Landesgeschäftsführer viele interessante Dinge über die Wahlkampfstrategie der CDU erklärte. Die Hauptaufgabe der Landesgeschäftsstelle besteht aus der Wahlkampfplanung für anstehende Wahlen. Dies reicht von der Planung der Wahlkampfstrategie bis hin zum Erstellen und Verteilen von Wahlkampfmaterialien.
Im Anschluss daran folgten viele Fragen über den Wahlkampf und den Umgang mit anderen Parteien. Wir erfuhren, wie man vom amerikanischen Wahlkampf lernen kann, auf welchen drei Säulen der CDU-Bundestagswahlkampf aufgebaut ist und weshalb sich das Logo der CDU NRW von dem der CDU Deutschland unterscheidet.
 
Tag 3 – Mittwoch, 24. Juni 2009
Der Mittwoch war mein erster Plenartag. Von 10 Uhr morgens, bis mindestens 20 Uhr abends würden die Abgeordneten reden, diskutieren und Entscheidungen fällen.
 
Meine Aufgabe für diesen Tag war es, bestimmte Themen der Plenarsitzungen mitzuverfolgen, über die ich mich schon vorher informiert hatte, um die Diskussionen auch zu verstehen.
Ich setzte mich auf die Besuchertribüne, als TOP 5, die „Fragestunde“ behandelt wurde. Dort können Abgeordnete zu einem vorher festgelegten Themengebiet ihre Fragen stellen. Was anfänglich sehr schwer zu verstehen war, entwickelte sich mit der Zeit zu einem sehr interessanten Thema. Es ging um den Verkauf der LEG (eine Firma, die Wohnungen vermietet) durch das Land NRW an einen Finanzinvestor. In dieser Plenarsitzung gab Finanzminister Linssen detaillierte Auskunft über den Vertrag. Mehrere Abgeordnete der SPD und der Fraktion der Grünen fragten viele genaue aber ähnliche Fragen, auf die Finanzminister Linssen gelassen und schlagfertig zu antworten vermochte.
Die Plenarsitzung, die eigentlich um 20 Uhr beendet sein sollte, fand ihr tatsächliches Ende mehr als eine Stunde später - gegen 21.30 Uhr.
 
Um 20 Uhr startete jedoch schon der nächste Programmpunkt im Landtag: ein "parlamentarischer Abend" begann. Ab und zu findet im Landtag von Nordrhein-Westfalen ein parlamentarischen Abend statt, bei dem ein Land im Mittelpunkt steht. An diesem Mittwoch waren dies die USA, mit Gästen aus den Vereinigten Staaten sowie typisch amerikanischem Essen und einer Country-Band.
 
Tag 4 – Donnerstag, 25. Juni 2009
Auch dieser Tag drehte sich ums Plenum.  Los ging’s mit einer Aktuellen Stunde zum Thema „Bildungsstreiks“.
Während die Opposition meines Erachtens versuchte, aus den Bildungsstreiks Kapital zu schlagen, verwiesen CDU und FDP als Regierungsparteien auf die Notwendigkeit von Reformen und hielten die Streiks für übertrieben. Ich empfand die Diskussion als überwiegend polemisch geführt.
 
Eine Überraschung erlebte ich bei Top 7 „Haushaltsrechung NRW 2007“, da sich dieser Tagesordnungspunkt entgegen meiner Erwartungen als sehr spannend herausstellte.
Herr Linssen eröffnete als Finanzminister die Diskussion, in dem er die Haushaltsrechung vorstellte und über Sachverhalte erneut informierte, die in der Presse nicht klar dargestellt worden waren. Am Mittwoch war dem Finanzminister im Plenum der Vorwurf gemacht worden, mit einem 2-jährigen (Geschäftsführer der Lancaster GmbH)  Geschäfte gemacht zu haben. Dies hatte in der Presse viel Wirbel verursacht und in fast jedem Zeitungsartikel über den LEG-Verkauf wurde diese "Information" erwähnt, die sich nun aber als Falschinformation erwies. Ein Streit über diese Falschinformation zog sich nun durch die gesamte Diskussion zu Top 7.
 
Nach der Plenarsitzung, die gegen 20.30 Uhr beendet war, war der Tag für die Politiker noch nicht beendet. Viele verbrachten den Abend bei einem parlamentarischen Abend in der NRW-Bank, der dem direkten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft dienen sollte.
 
Tag 5 – Freitag, 26. Juni 2009
Dieser Tag verlief für mich eher ruhig und das Ende der Plenarsitzung war bereits für 14 Uhr angesetzt.  
 
Gelernt habe ich in dieser Woche eine Menge. Sehr beeindruckend war für mich, dass entgegen der weitverbreiteten Auffassung, Politiker seien faul, Herr Tenhumberg täglich und bis zu 7 Tage die Woche sehr viel zu tun hatte. Während Besuche bei Festen und Einweihungen im Wahlkreis zu den angenehmeren Tätigkeiten gehören, nimmt die politische Arbeit in Düsseldorf viel Zeit in Anspruch. Ausschusssitzungen, ein Gespräch hier, ein Meeting da, Interviews und viele andere Dinge führen zu einer vollen Woche, bei der auch oft Samstage und Sonntage für die parlamentarische Arbeit genutzt werden müssen.
Darüber hinaus wurde mir bewusst, dass die eigentliche Arbeit der Abgeordneten nicht an den Plenartagen im Plenum stattfindet, sondern viel früher in Ausschüssen und Arbeitskreisen.
Ausschüsse bestehen aus unterschiedlich vielen Personen, in denen jede Partei gemäß ihrem Stimmenanteil bei der letzten Wahl vertreten ist. Dort wird dann die wirkliche Arbeit gemacht: Recherche, Diskussion, Expertengespräche, …
Der Ausschuss kommt dann zu einem mehrheitlichen Beschluss (der meistens von den regierenden Parteien getragen wird), und dieser wird dann in das Plenum eingebracht.
Dort wird über den Beschluss des Ausschusses abgestimmt. Die begleitenden Reden der Ausschussmitglieder im Plenarsaal dienen dazu, die Bürgerinnen und Bürger zu informieren, warum das Ergebnis vom Ausschuss aus Sicht der Rednerin oder des Redners gut bzw. nicht gut ist. Schließlich soll die parlamentarische Arbeit im Landtag immer transparent und für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar sein.

 
Abschließend kann ich sagen, dass mir das Praktikum im Landtag sehr gefallen hat. Ich habe viel gelernt und einen sehr hilfreichen Einblick in das politische Leben bekommen.
 
(Text von Thomas Kuschel)



Bernhard Tenhumberg MdL und Thomas Kuschel; Foto: Volker Zierhut